Die Absicht der Autorin ist es nicht, die Geschichte der revolutionĂ€ren Bewegungen zu schreiben, die in der ersten HĂ€lfte des neunzehnten Jahrhunderts stattfanden und mit den AusbrĂŒchen des Jahres 1848 endeten, sondern deren Zusammenhang mit der umfassenderen allmĂ€hlichen UmwĂ€lzung zu beleuchten, die das wesentlich agrarische Deutschland in ein wesentlich industrielles verwandelte, was zugleich eine Verwandlung der Weltanschauung bedeutete. Ricarda Huch beschrĂ€nkt sich dabei nicht nur, insofern sie die Geschichte der ĂŒbrigen europĂ€ischen Staaten so viel wie möglich auĂer Betracht lĂ€sst, sondern auch dadurch, dass sie hauptsĂ€chlich die Menschen zu begreifen und darzustellen versucht, die diese UmwĂ€lzung teils herbeifĂŒhrten, teils ihr widerstrebten oder von ihr mitgerissen wurden. In der Geschichte, dem Werk der handelnden Menschen und göttlich-natĂŒrlicher KrĂ€fte, die durch Menschen wirken, ist der Mensch in seinem persönlichen Denken und Verhalten meist das Wichtigste und Interessanteste, das, was unvergĂ€nglich lebendig und Leben erzeugend bleibt, wenn die VerhĂ€ltnisse, in denen er sich bewegt, gleichgĂŒltig oder unverstĂ€ndlich geworden sind.
1848 - Die Revolution des 19. Jahrhunderts in Deutschland - Ricarda Huch
Die Absicht der Autorin ist es nicht, die Geschichte der revolutionĂ€ren Bewegungen zu schreiben, die in der ersten HĂ€lfte des neunzehnten Jahrhunderts stattfanden und mit den AusbrĂŒchen des Jahres 1848 endeten, sondern deren Zusammenhang mit der umfassenderen allmĂ€hlichen UmwĂ€lzung zu beleuchten, die das wesentlich agrarische Deutschland in ein wesentlich industrielles verwandelte, was zugleich eine Verwandlung der Weltanschauung bedeutete. Ricarda Huch beschrĂ€nkt sich dabei nicht nur, insofern sie die Geschichte der ĂŒbrigen europĂ€ischen Staaten so viel wie möglich auĂer Betracht lĂ€sst, sondern auch dadurch, dass sie hauptsĂ€chlich die Menschen zu begreifen und darzustellen versucht, die diese UmwĂ€lzung teils herbeifĂŒhrten, teils ihr widerstrebten oder von ihr mitgerissen wurden. In der Geschichte, dem Werk der handelnden Menschen und göttlich-natĂŒrlicher KrĂ€fte, die durch Menschen wirken, ist der Mensch in seinem persönlichen Denken und Verhalten meist das Wichtigste und Interessanteste, das, was unvergĂ€nglich lebendig und Leben erzeugend bleibt, wenn die VerhĂ€ltnisse, in denen er sich bewegt, gleichgĂŒltig oder unverstĂ€ndlich geworden sind.